Reisetag: Deutsche Planung vs. Indonesische Realität

Auf Kante genähter Reisetag

Wir haben alles im Griff! Wir kennen jetzt alle Internettricks. Smartphone, Apps, wichtige Webseiten, Hotspot, Tethering, 3G, ach was 4G, besser noch 5G, KAI-Info, Trafi-App, TJI, Telkomsel, dll. (=usw.). Ha! Wir beherrschen endlich das Informationschaos und lassen uns jetzt nicht mehr auf der Nase herumtanzen mit Warten und Fragen und, und, und. Der heutige Tag ist ein Reisetag und wir haben alles ganz genau ausbaldowert. Kurze Wartezeiten, direkte Verbindungen, Umsteigen an Ort und Stelle. Deutsche Planung gepaart mit indonesischer Gelassenheit. So reist man heute in Indonesien!

“We have the Knowledge!”
“Kami tau!”

4:45 Uhr – Aufbruch in Bandung

Der Hahn kräht um 4:45 Uhr. Dämmern schon seit 3:30 Uhr nur flach vor uns hin, Dank der netten Nachbarschaft (Moscheen, Schiebetor-schiebenden Nachbarn, Stühle-rückende Nachbarn? Ach, fragt nicht, wir-wissen-es-nicht-Geräuschen ).

“Raus aus den Federn”

Man merkt an den Worten, dass wir Deutsche sind – denn hier gibt’s keine Federbetten, sondern nur Federkernmatratzen, Kapokkissen und einen Sarong zum Zudecken!

Frühstücken, Duschen, fertig packen und … warten.

Es ist erst 6:00 Uhr und wir haben uns um 6:30 mit unserer Hausvermieterin verabredet. Also schauen wir ein bisschen Frühnachrichten im indonesischen TV. Der seit Tagen diskutierte “Kasus Jessica” (sehr spannend – hat ihren Freund    getötet, oder töten lassen – sehr mysteriös), ein paar Worte zur Gubernur Wahl in Jakarta (der jetzige Gouverneur Basuki Tjahaja Purnama alias Ahok ist ein Indonesier mit chinesischen Wurzel und auch noch Protestant – oha, das wird sicher kein glatter Start -Zielsieg), ein Resümee über 2 Jahre Amtszeit von Jokowi (die sympathische Abkürzung für Joko Widodo) und (yeah!) eine Meldung über Bandung. Und das, wo wir gerade eben weg wollen … Banjir – Überschwemmung in der Jalan Pasteur – Ach sooo – ein paar Bilder von  Motorrädern und Autos, die durch knietiefes Wasser radeln und ein paar Kinder, die daneben rumplantschen.

6:30 Uhr – klimatisierter Nissan

Justament kommt unser Lift. Kofferraum auf, Rucksack rein, Platz nehmen auf gemütlichen Ledersitzen, rausschauen und ein bisschen Plaudern mit unserer lustigen Vermieterin, die uns nach jedem Treffen, durchgeschwitzt vor Lachen, eine Dusche abforderte. Wir drehen eine unfreiwillige Ehrenrunde, da sie sich in Bandung gerne verfährt. Kennen wir. Auf der Hinterseite des Bahnhofs trennen sich unserer Wege.

8:35 Uhr – Argo Parahyangan

Argo Parahyangan heißt unser Zug: Parahyangan heißt auch die bergige Region in Westjava und die orang sunda (Sundanesen) bezeichnen damit den Sitz der Götter, weit oben auf den Bergen. Woher der Ausdruck Argo stammt, ist uns bis jetzt ein Rätsel. Vielleicht weiß einer unserer Leser, was dies bedeutet – bitte unten kommentieren – hoffentlich nicht von Argometer … das wäre zu banal und überhaupt nicht mystisch.
Aus dem noblen Nissan in den noblen Parahyangan – Sitz der Götter: Sitzplatzreservierung, AC, Beinfreiheit, große Fenster, indoor cleaning service, Durchsagen in Bahasa Indonesia und Inggris (englisch).

Bandung Bahnhof
wir fahren übrigens nach links, in Richtung Westen (aber mit einem anderen Zug)

Wow! Der Zug schiebt los und, einer alten Tradition folgend, vespern wir unseren Proviant: Lemper (mit Huhn gefüllte Reistasche), kue (Mürbteigtörtchen mit Pudding und Mangostückerl), Schokoladenkekse und draußen beginnt das Panorama an uns vorbeizuziehen. Sorry, liebe Bali-Liebhaber. Das gibt es auf eurer Insel nicht: Zugfahren, vorbei an Reisterrassen, grün bewaldete Berge, über tiefe Schluchten…

Zugbrücke
die Unschärfe ist dem Wackeln des Zuges geschuldet (die Beule am Kopf – hinter der Kamera – übrigens auch)

Die erste Stunde schrauben wir uns über Zugserpentinen durch eine herrliche Landschaft.

Bandung Jakarta Argo Parahyangan
Flüsse, Reisterrassen, Bananenhaine

Danach erreichen wir die Ebene südlich Jakartas und es wird etwas fader (Zeit für ein Nickerchen)

Die letzte Station vor Gambir ist Jatinegara … hmm … das liegt doch näher zu unserem nächsten Umsteige-Bahnhof als Gambir … hmm … Nein! Kein spontanes Rausspringen.

Damit haben wir uns schon oft ein Bein gestellt und standen dann verlassen an einem unbekannten Ort ohne Weiterverbindung.

“Wir halten an unserem Plan fest!”

11:35 Uhr – Ankunft in Gambir

wenn der Monas zu sehen ist, heißt's: fertig machen für's Aussteigen (keine Panik - Endstation)
wenn der Monas zu sehen ist, heißt’s: Fertig machen für’s Aussteigen (keine Panik – Endstation)

Gambir ist der zentrale Bahnhof in Jakarta. Gleich neben dem Monumen Nasional (kurz Monas) laufen hier die Adern des öffentlichen Fern- und Nahverkehrs zusammen. Ebenso halten hier die Busse des Transjakarta sowie die innerindonesischen DAMRI-Fernverkehrsbusse, die auch zum Flughafen raus fahren, wo wir aber heute nicht hin wollen. Genauso fährt hier der KRL (Komuter Rail Listrik), der JABOTABEK mit Pendlern versorgt. Um 12:08 Uhr soll der nächste nach Manggarai gehen, dort umsteigen und mit dem KRL 12:45 Uhr nach Tanah Abang fahren, um hier in den KAI (Kreta Api Indonesia  – die Bahn Indonesiens) Ekonomi zu springen, der um13:41 pünktlich nach Merak fährt.

Entspannt steigen wir aus und gehen zum nächsten Schalter (eigentlich kein Informationsschalter, aber man kann in Indonesien, jederzeit, jeden Menschen um Rat fragen und erhält diesen auch umsonst).

“Oh maaf, disini KRL tidak perhenti.”

Wie bitte? Hier hält kein KRL? Ja wo denn dann?

Die nächste Station, an der ein KRL hält, heißt Juanda. Am besten ein Bajaj oder ein Taxi, oder UBER oder geh halt zu Fuß.
Rucksäcke aufgesattelt und los, Smartphone mit OSM-Karte weist den Weg.

Mittags sind die Gehwege in Jakarta leer, da kommt man gut voran. Aber sie sind auch deshalb leer, weil in der größten Hitze niemand so blöd ist und draußen herumrennt, wie zwei depperte Orang Bule (also wir).

12:09 Uhr – Stasiun Juanda

Schweißgebadet erreichen wir Stasiun Juanda, ein Bahnhof, der wie die Fly-over-Straßen hoch über unseren Köpfen schwebt. Nette Hostessen helfen uns eine Fahrkarte zu ziehen und schicken uns zum entlegeneren Eingang, der mit Rolltreppen ausgestattet ist (so kaputt sehen wir mittlerweile aus?). Um 12:10 fährt der KRL ab. Und wir sehen ihn – abfahren, ohne uns.

“So ‘ne ….”

Okay, kein Grund zur Sorge, der Zug nach Merak geht um 13:41 Uhr – Genug Zeit, den nächsten KRL abzuwarten. Realtimeabfrage mit der Info KRL App. Perfekt. Um 12:25 geht der nächste. Manggarai, unser Umstiegsbahnhof, der nur eine Haltestelle von Jatinegara entfernt liegt, ist somit um 12:55 zu erreichen. Danach geht ein KRL nach Tanah Abang um 13:10, oder so … 13:35 späteste Ankunft. Gut, gut.

Wir warten und ein warmes Lüftchen trocknet unsere nassgeschwitzten Hemden.

12:30 sehen wir nochmals in die App, ja der Zug kommt um 12:38 Uhr (ist wohl irgendwie aufgehalten worden). Und tatsächlich, er kommt. Auf nach Manggarai. Hier nur noch das Gleis wechseln.

12:45 Uhr – Manggarai

In Manggarai verlassen wir den Zug, um festzustellen, dass man das Gleis nur wechseln kann, wenn der eingefahrene Zug den Bahnhof wieder verlassen hat. Keine Unterführung, keine Überführung. Warten und zusehen, wie der nächste KRL vor unserer Nase wegfährt.

“Aduh!” (“Ohje!”)

Wir sehen uns unheilschwanger schweigend in die Augen.

Der nächste KRL nach Tanah Abang geht um 13:15 Uhr – erreicht Tanah Abang  um 13:38 – nur 4 Stationen! Das könnte knapp werden.
Derweil spricht uns eine nette Indonesierin an, ob sie uns helfen könne. Kein Problem, wir haben alles im Griff. Trotzdem hilft sie uns und checkt ihre Apps, googelt für uns und ist unheimlich betriebsam in der Informationsbeschaffung. Ergebnis: In Tanah Abang geht kein Zug. Wenn, dann nur in Pasar Senen, einer anderen Haltestelle, irgendwo anders. Mit dem Go-Jek, könnten wir nach Merak für nur 150.000 Rp fahren, für jeden, schließlich passen wir nicht zu dritt auf ein Moped (insbesondere nicht mit Rucksäcken – aber da wäre ich mir nicht so sicher, nachdem wir schon vierköpfige Familien auf einem Moped gesehen haben).

“Ha, ha, ha”

Wir lächeln freundlich zurück, bedanken uns recht herzlich, dass sie uns geholfen hat und fahren in Richtung Tanah Abang mit unserer letzten Hoffnung auf keine Verspätung während der Fahrt. Was für eine nette Geste, von dieser jungen Frau, aber, unter uns … Kann man in fünf Minuten gegen gründliche deutsche Planung angoogeln? Hm?

13:39 Uhr – Stasiun Tanah Abang

Der KRL läuft super. Wir erreichen Tanah Abang. Bereit zum Spurt, springen wir aus dem Comuter und stellen sofort fest:

“Dies ist nur eine stinknormale Comuter-Haltestelle”

Kein Kreta Api Schalter, kein Schalter überhaupt, nur Drehkreuze. Quasi, wie wenn Du in Niederneuching im äußeren S-Bahnbereich aussteigst. Aber halt mitten in Jakarta. Statt Grillengezirpe hört man Bajaj-Geknatter und statt Schatten von Bäumen, Schatten von Fly-overn.
Puh, erstmal durchschnaufen.

Bahnhof Tanah Abang
eingequetscht unter einem Fly-over duckt sich die Stasiun Tanah Abang, einst ein stolzer Bahnhof, von dem Züge bis nach Merak fuhren …

Plan B? Plan B! B! B!

Wir nehmen den Bus. Von Kalideres fahren Busse nach Merak. Das wissen wir, seit unserem letzten Ausflug 1987 nach Labuhan, Carita-Beach (ernsthaft!). Aber wir waren auch vor vier Wochen hier und wissen das halt nun einmal (deutsch, you know).

Die nächste Frage, wie kommen wir von Tanah Abang nach Kalideres. Taxi im Stau wird teuer. Zu Fuß, zu weit, zu heiß, zu viele Ecken. Angkot.

“Ich fahr Angkot”
(“und nichts anderes”)

Original Zitat eines Mitreisenden, dem kleineren

Aber ja, in Bandung sind wir zu Angkotprofis geworden. D.h. zwar nicht, dass wir uns auskennen, aber wir wissen, dass man fragen und handeln muss:

  1. Regel: Preise und Angkotnummern erfrägt man von Menschen, die nach Hiesigen aussehen: Das sind per se nicht Indonesier, sondern Menschen, die so aussehen, als würden sie genau hier an dieser Ecke jeden Tag stehen und irgendeine Tätigkeit ausüben, die nichts mit Angkotfahren zu tun hat. Z.B. ein Ticketabreisser an der Bahnstation. Oh, sorry …  Jakarta ist ja modern und hat keine Tickets mehr zum Abreissen, sondern nur noch E-Tikets mit denen man durch Drehkreuze durchkommt, sofern man sie an die richtige Stelle hält. Da es aber Menschen gibt, die dies nicht beherrschen, steht meist neben den Drehkreuzen noch ein uniformierter Mensch, der einem hilft, die RF-Karte über ein bestimmtes Feld an dem Drehkreuz zu halten, damit das Lamperl auf grün umspringt und man durchgehen kann. So einen Menschen fragen hilft. Preis und Angkotnummer geklärt.
  2. Regel: Angkot durch unauffälliges Winken anhalten und dem Fahrer das Ziel nennen. Geklärt?!
  3. Regel: Preis ausmachen. Erst einsteigen, wenn eindeutig geklärt ist, was es kostet. Oft sagen die Schluris “nanti” (später), und fordern Dich mit einem Wink auf einzusteigen. Am Ziel gibt es dann Mondpreise.
  4. Regel: wenn man sein Ziel kennt, “kiri” (links) rufen und austeigen, Geld dem Fahrer, am besten passend, reichen.

Wir springen (eigentlich: steigen umständlich, gemächlich und gebeugt) ins nächste Angkot und los geht’s gen Pasar Slipi zur nächstgelegenen Transjakarta Haltestelle (hier nur “Halte” genannt).

14:XX Uhr Halte Slipi

Transjakarta Busse, endlich wieder vertrautes Terrain. Wir fahren klimatisiert auf einer eigenen Busspur in den Nordwesten Jakartas zum Busterminal Kalideres. Einmal umsteigen in Grogol. Flashback(!): Während meine Schulzeit, war in Grogol eine Nervenheilanstalt. Heute gibt es dort immer noch Krankenhäuser, aber ob diese etwas mit psychischen Erkrankungen zu tun haben, kann ich beim besten Willen nicht beantworten – jedenfalls, gab es bei uns den Spruch, das man doch nach Grogol gehen sollte, wenn man einen an der Klatsche hat – lassen wir das jetzt mal wirken. Ab hier geht es schnell hinaus nach Kalideres.

“Transjakarta – wir lieben dich”

15:irgendwas Uhr – Kalideres Bus Terminal

Eines der wirklich wichtigen Dinge in Indonesien, ach was auf der Welt, ist: Essen und Trinken. Also kaufen wir uns erst mal etwas zu Trinken und suchen uns einen Bus. Denn, wenn man mal in einem Überlandbus sitzt, kommen zig Händler an einem vorbei, die einem dann Essen verkaufen wollen. Also brauchen wir uns darum nicht zu kümmern.

Wenn man als Orang Bule (Weißer) auf Busstationen herumläuft, entspricht dies etwa einem Schnitzel, das man in einen Löwenkäfig wirft. Man bekommt sofort Kontakt zu den Busfahrern, Beifahrern, Motorsachbearbeitern, fliegenden Händlern, sonstigen Herumstehenden und anderen, die alle sofort wissen, wo man hin will, oder wenn man darauf nicht reagiert, sofort fragen wo man hin will, um dann einen in einen Bus zu bugsieren.  Wichtig Frage, bevor man einen Bus besteigt: Wieviel kostet es nach XY und wann fährt er ab?

“sekarang, sebentar lagi, sepuluh minit”
“sofort, gleich, in 10 Minuten”

Wenn man sich eine Platz aussuchen kann, dauert es meist ein bisschen (ca. 30-60 Minuten).
Wir erwischen einen Bus, der tatsächlich sofort loslegt. Fixed price am Fenster:

“23.000 RP Merak-Kalideres /  2 = 3”

2 = 3 bedeutet nicht, dass drei Passagiere den Preis von zwei zahlen, nein, das ist die Busklasse. 2er Sitzreihe links, 3er Sitzreihe rechts, aka ekonomi. Daher so günstig und so eng.

Der Bus ist quasi leer, fährt aber tatsächlich sofort los.

Aber zu früh gefreut. Wir zuckeln nur. Sprich wir sind auf Sammelfahrt. Fragt uns nicht, wie oft wir schon in Indonesien waren. Eigentlich ein Anfängerfehler. Aber das ist uns mittlerweile egal. Wir sind eh schon ausgelaugt, durchgeschwitzt und wollen nur ein bisschen sitzen. Wir wissen, der Bus fährt nach Merak und kommt dort auch irgendwann an. In Merak gibt es Hotels und irgendeines wird uns schon gefallen. Also fahr so langsam Du willst und bring uns irgendwann nach Merak.

Außerdem ist Sammelfahren spannend. Diesmal mit Schaffnerin, die aus dem Fenster die Worte schleudert:

Merakmerakmerak (hört sich so an: “merameramerameraaaaaa”)

Serangserangserang (hört sich so an: “Srangsrangsrangsragnnnnnng”)

(leider keine Tonaufnahme – zu geschafft, Aufnahmegerät irgendwo verschütt im Koffer, ach was, einfach nicht dran gedacht)

Draußen tobt wie immer der Verkehr und am Straßenrand finden sich tatsächlich Menschen, die mitfahren wollen. So geht das eine gute Stunde von Kalideres bis nach Tanggerang zur Bus-Basisstation. Hier noch eine Viertelstunde Pause. Ohne Ankündigung und Ansage, alle außer dem Fahrer und der Schaffnerin, dürfen sitzen bleiben.

Zwangspause am Busbahnhof
ja, als Schaffnerin hat man’s gut. Isst ein paar Krupuk bei ihrer Freundin und wir hocken eingepfercht im engen 2=3 Bus, der schon sein einer Stunde unterwegs sein könnte – “Sabar, Dong!”

Doch dann geschieht das Unglaubliche: Geschwindigkeitsrausch auf dem Jalan Tol (Autobahn). Mit ca. 80km/h brausen wir durch die hereinbrechende Nacht. Als es richtig dunkel ist, schalten wir sogar die Scheinwerfer an, aber das ist mehr symbolisch gedacht, da man damit auch nicht wirklich besser sieht. Nach weiteren ein, zwei Stunden Fahrt (so genau wissen wir das nicht, wer zählt den hier schon die Stunden?) erreichen wir Merak.

abends 19:30 Uhr – Feri Terminal Merak

Wir sind die letzten, die den Bus verlassen. Alle anderen sind während der Endphase der Reise abgesprungen, gelegentlich auf der Autobahn. Die Autobahnfahrt ersparen wir uns zu erzählen, das ist wie in Deutschland, langweilig. Die letzten Kilometer geht es durch Industriegebiet; Stahl, Zement, Großindustrie. Augenscheinlich ist Infrastruktur die Lösung vieler Problem in Indonesien. Einladend wirkt das zwar auf Touristen nicht, aber der Weg zu Wohlstand ist vielfältig besser zu erreichen; hier mehr Unabhängigkeit versprechend. Spät abends (gefühlt, aber es ist erst 19:30 Uhr) erreichen wir den Busterminal des Fährhafens.

Ortschild Merak Fährhafen
gut, dass wir dieses Schild sehen …

Die Anlagen wirken verlassen. Unmengen an Warungs reihen sich aneinander, alle mit Verkäufern besetzt, aber keine Kunden. Die Szenerie wirkt irgendwie gespenstisch, leer, aber voll beleuchtet. Zurück an der Hauptstraße ist es glücklicherweise wieder belebter. Ein kleiner Rundgang durch die Straßen Meraks lässt uns, ohne ein passables Hotel zu finden, mit ausgelaugten Batterien in einem Warung bei einer Ibu stranden. Sie kredenzt uns nicht nur einen leckeren Es Teh (Eistee) und einen unglaublich guten Jus Jambu (Guaven-Juice), sondern empfiehlt uns auch noch das Hotel Feri Merak. Wie bitte? Wir sollen hier, in diesem ranzigen Warung, eine Empfehlung von einer alten, zahnlosen Ibu (bay.: Muadderl) annehmen?

Mach nie eine Fehler zweimal:

Traue keiner deutschen Planung!

Höre auf die Einheimischen!

Und Du wirst belohnt werden.

Unsere Belohnung nach 17 Stunden auf Achse:

Pool bei Nacht
Rucksack ins Eck geschleudert, Badeklamotten an, Abtauchen: Ruhe – Entspannung – Abkühlung