Reisen unter Pandemiebedingungen

Diese Reise beginnt mit einem Ende.

„Das ist das Ende der Sorglosigkeit, der Unbekümmertheit, der Freiheit!“

sagt Pak Wongso.

Blödsinn!

sagen wir.

Sorglos, unbekümmert und frei reisen war doch noch nie möglich.

Präpandemische Reisesorgen

Bargeld

In der guten alten Zeit (z.B. den 80er Jahren) reisten wir mit Bargeld in der Tasche. Die Sorge war groß, dass man beklaut wurde und wir besorgten uns später Travellerschecks. Diese wurden wiederum mit Beginn der bargeldlosen Zeitenwende in den 00er Jahren zur Sorge.

In Ubud trafen wir einen Kanadier, der sich über die Balinesen kaputt lachte, die keine Kreditkartenzahlung kannten. Über ihn lachten wir uns kaputt.

Heute zahlen wir bargeldlos …

Accomodation

Wir besuchten Orte ohne eine blassen Schimmer zu haben, ob eine Unterkunft frei oder überhaupt vorhanden war. Und wir wussten nicht einmal wo genau unsere Unterkunft zu finden war…, ja, manchmal hatten wir nicht mal eine analoge Karte (aus schwierig zu faltendem Papier) zur Hand.

Wir lief durch Straßen und fragten fremde Menschen nach Wegen und Zielen. Von anderen Reisenden hatten wir gehört, wo es Unterkünfte gab. Dort fuhren wir hin und klapperten ein Homestay nach dem andern ab, bis wir etwas gefunden hatten, das uns gefiel und zum Geldbeutel passte … oder … es wurde dunkel.

Smartphone? Google? Agoda? Die Namen waren noch nicht geboren.

Hygiene

„Cook it, peel it or leave it“

internationaler Reiseknigge

In besagten 80er Jahren ließen wir die Eiswürfel unserer sündhaft teuren Cola unter dem Tisch verschwinden aus Angst vor Durchfall. Die Mutter hatte gesagt:

„keine Eiswürfel, damit holst Du Dir den Tod!“

Mutter

Dass wir mit unseren bakterienverseuchten Händen in der Cola herumrührten, um die kalten, glitschigen, vermeintlichen Bakterienmutterschiffe herauszufischen, kam uns damals nicht in den Sinn. Das Ende vom Lied: Die lauwarme Cola schmeckte lahm und wir machten uns keine Sorgen mehr.

Über Toiletten und Hotelbetten könnten wir Bücher schreiben…

Kultur

Letztendlich überstrahlte alles, wie eine große Klammer aller kleiner Reisesorgen, die unterschiedliche Art und Weise wie in der Ferne die Menschen mit den Dingen und Sorgen des Lebens umgehen.

Aber halt! Das ist doch keine Sorge. Genau deswegen reisen wir doch!

Warum wollen wir heute Reisen?

Heute bedroht uns Corona Virus mit seiner buckligen Verwandtschaft.

Schon wieder so eine Sorge.

Doch auch diesmal haben wir Argumente, uns nicht vom Reisen abhalten zu lassen.

Es gibt Schutzmechanismen mit denen wir uns selbst aktiv schützen können:

  • Impfen
  • Masken
  • Abstand
  • Verhalten

Aber auch Schutzmechanismen, die gesellschaftlich organisiert sind:

  • Monitoring (Testen)
  • Hygienische Standards
  • Quaratäneregeln
  • Krankenhäuser
  • Viele Menschen, die diese Maßnahmen mehr oder weniger umsetzen.

Und genau an dieser Stelle sind wir wieder neugierig. Wie gehen andere Menschen mit der Pandemie um. Die Umgangsformen hier bei uns, sind uns mittlerweile hinlänglich bekannt und mehr vertraut, als uns lieb ist.

Unser Fazit:

Wenn sich die Möglichkeit einer Reise ergibt, nutze sie!

Wir